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Auch in akustisch guten Räumen kann es natürlich
laut zugehen – in akustisch schlechten Räumen jedoch hat auch der
engagierteste Lehrer keine Chance auf einen leisen Unterricht. Es ist
falsch, Lärm in der Schule als rein pädagogisches Problem anzusehen.
(Prof. Dr. H.-G. Schönwälder; FB Erziehungswissenschaften, Universität Bremen) |
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Von Zeit zu Zeit tragen die Kinder in der Klasse etwas vor und
ich höre zu. Dabei merke ich, wie schwer es fällt, alles zu
verstehen, wenn auch das kleinste Nebengeräusch entsteht. Wie wird
es den Kindern gehen? Wie viel verstehen sie von dem, was sie hören?
Vielleicht tue ich ihnen manchmal Unrecht, wenn Lernleistungen und Mitarbeit
der Kinder nachlassen. Und das möglicherweise, weil sie nicht alles
hören können! |
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Wenn Lärm im Klassenzimmer zum unüberhörbaren
Problem wird, liegt das nicht nur an unruhigen Schülern, sondern
auch an Räumen mit schlechter Sprachverständlichkeit und mangelhafter
Schalldämmung. Oft liefern die Räume selbst die Grundlage
für eine hohe gesundheitliche Belastung der Lehrer. Nicht nur Erschöpfung
und Müdigkeit sind die Folge, auch Hals und Stimmbanderkrankungen
gelten seit langem als typische Berufsleiden von Lehrern und Erziehern.
Gegenwärtig bietet sich die Chance die baulichen Rahmenbedingungen
für Schulen nachhaltig zu verbessern. Der Zustand vieler Bildungsgebäude
führt dazu, dass Unterricht für Lehrer und Schüler nicht
so stattfindet wie es sein sollte: Ergonomisch und ohne große
Belastungen. Eine Schule soll den Schülern und den modernen pädagogischen
Anforderungen gerecht werden und das Lernen auch in Zukunft bestmöglich
unterstützen. |
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Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen:
Lärm ist an unseren Schulen der Stressfaktor Nr. 1 – und nicht
nur auf dem Pausenhof. Auch im Unterricht steigt der Lärmpegel
nicht selten auf Werte, die mit der Geräuschkulisse einer Fabrikhalle
vergleichbar sind! |
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Lärm macht das Lernen schwer, das zeigen die Zitate. Tatsächlich sind Kinder und Lehrer in unseren Schulen permanentem Lärm ausgesetzt: Bereits eine einzige Ampel an einer regelmäßig befahrenen Straße sorgt für einen dauerhaften Störschallpegel – nicht selten laut genug, um auch bei geschlossenem Fenster in den Klassenraum einzudringen. Auch aus benachbarten Räumen und Gängen wird der Unterricht oft empfindlich gestört. Nicht zu vergessen sind zudem jene Geräusche, die innerhalb des Klassenraums entstehen, etwa durch laufende Projektoren, Computergeräusche oder Heizungen. Schließlich ist es das Geschehen im Klassenraum selbst, das in hohem Maße zur Geräuschkulisse beiträgt. Das Stichwort lautet hier „differenzierter Unterricht“. So gelten heute Unterrichtsformen wie Diskussionsforen, Gesprächsrunden oder Projekt-Unterricht zwar als effektive Lernmethoden, gleichzeitig erzeugen sie jedoch deutlich höhere Schallpegel als frühere klassische Unterrichtsmethoden. Die Folgen sind fatal: Die laute Geräuschkulisse führt zu erhöhten Fehlerraten beim Ausführen komplexer Aufgaben, zu einer Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und einer schlechteren Unterscheidbarkeit ähnlich lautender Wörter. Psychologen der Universität Oldenburg konnten nachweisen, dass gerade Grundschulkinder auf eine leise Arbeitsumgebung mit hervorragender Sprachverständlichkeit angewiesen sind.¹ Wenn jedoch der Lärm im Klassenzimmer zum unüberhörbaren Problem wird, liegt das nicht nur an unruhigen Schülern, sondern auch an halligen Räumen und mangelhafter Schalldämmung. So liefern oft die Schulgebäude selbst die Grundlage für hohe Hintergrundgeräuschpegel und mangelhafte Sprachverständlichkeit. Zahlreiche nationale wie internationale Untersuchungen der letzten Jahre haben bestätigt: Vielen Schülerinnen und Schülern fehlen schlicht die notwendigen raum- und bauakustischen Rahmenbedingungen für schulischen Erfolg.² Betroffen sind jedoch nicht nur die Kinder. Auch die Lehrer leiden zunehmend unter dem Stressfaktor Lärm in ihren Klassenzimmern! Arbeitsmediziner der Universität Bremen berichten von einer hohen gesundheitlichen Belastung der Lehrer durch Lärm. Nicht nur Erschöpfung und Müdigkeit sind die Folge – auch Hals- und Stimmbanderkrankungen gelten seit langem als typische Berufsleiden von Lehren und Erziehern.³ Es ist daher völlig unverständlich, dass seit PISA zwar alle möglichen pädagogischen, soziologischen oder auch ökonomischen Aspekte des Bildungswesens heftig debattiert werden, der Zustand unserer Bildungsgebäude bei dieser Diskussion jedoch weitgehend außen vor bleibt. Möchten Sie mehr erfahren? Über unsere Kontaktseite erhalten weitergehende Informationen und unsere kostenlose Broschüre Wissenswertes über Lärm, Lernen und Akustik. ¹ Universität Oldenburg; Untersuchung
mit Grundschulkindern zur Sprachverständlichkeit in Klassenräumen;
2001 |
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